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Tauberbischofsheim 6 Bahnhof / Gleisanlage - Geschichte & Modernisierung

Der Tauberbischofsheimer Bahnhof war neben dem Personenverkehr - hier als Haltestation und einige Zeit auch als Umsteigestation in Richtung Dittwarer Bahnhof - Königheim - vor allem einer des Güterverkehrs. Die Gleisanlage war dementsprechend angelegt. Zunächst gab es gegenüber dem Empfangsgebäude eine Güterhalle mit Verladegleisen. Mit dem Wachsen des Gütertransportes verlagerte sich dieser an die Gleise Richtung Wertheim. Auf beiden Seiten. Mit weiteren Verladegleisen. Die Bauern lieferten ihre Erzeugnisse ab. Getreide, Obst, Kartoffeln, Zuckerrüben. Auch die Milch wurde direkt dem Bahnhofsgebäudebenachbart angeliefert. Nach 1955 kam noch die Funktion als Panzerverladerampe dazu. Lagerhaus, Güterhalle sowie die Lagerung von Kohlen, Briketts bildeten das Gerüst dieses Güterverkehrs.

Die Milch wanderte als erstes vom Bahnhof ab mit dem Neubau der Milchzentrale auf der anderen Tauberseite. Der Güterverkehr wurde auf die Straße verlagert. Der Personenverkehr nach Königheim 1969 eingestellt. Der Bahnhof von Tauberbischofsheim verlor immer mehr von seinen prägenden Elementen. Die vorhandene Gleisanlage wurde immer mehr überflüssig. Wucherte zu. Die Stellwerke verloren ihre Funktion. 1969 wurde das auf Höhe neue Güterhalle abgerissen.

Die Herausnahme von Gleis 2 war ein deutliches Signal, welche Zukunft dem Bahnhof Tauberbischofsheim und seiner Gleisanlage zugedacht war. Ein Haltepunkt. Eine Möglichkeit, dass sich zwei Züge hier begegnen können - wenn auch auf zwei Gleisen. Die Möglichkeit, einen Zug (meistens Schülertransport) zu starten bzw. einige Zeit zu parken.

Das Bahnhofsgebäude wurde überflüssig. Wenn es auch noch erhalten ist, und als stattliches Ensemble mit seinen rundbogigen Türen und Fenstern als eisenbahnlicher Background wirken kann. Das Schrankenwärterhaus, das als letztes Stellwerk diente, wurde aufgrund der Digitalisierung und Fernsteuerung der Weichen und Signale überflüssig und auch überflüssigerweise abgerissen.  Der Zuweg zum zweiten Gleis wurde auf den Bahnübergang verlagert und entsprechend mit Gittern versehen. Den verbliebenen Personenverkehr halten nun zwei Gleise und ein Abstellgleis, drei Weichen und zwei Fahrkartenautomaten aufrecht. Als Relikte des ehemaligen Gütertransportes stehen noch der "neue" und alte Güterschuppen sowie der Siloturm des Raifeisenlagerhaus und Verladerampen.

Die Modernisierung des Tauberbischofsheimer Bahnhofes und der Gleisanlage führte zu einer Reduzierung der Gleise. Der Bahnsteig hat nun 2 Gleise und nicht mehr drei Gleise. Entfernt wurden die Verlade- und Abstellgleise des nicht mehr vorhandenen Güterverkehrs. Ein drittes Gleis mit Prellbock wurde von der Bahnseite Richtung Wertheim her vor dem Bahnhof erstellt.


Für die Ausfahrt Richtung Wertheim wird sowohl Gleis 1 und Gleis 2 genutzt. Gleis 3 dient zum Abstellen von Zügen.
2 Weichen an der Ausfahrt Richtung Wertheim

 

Einfahrt und Weichen zum Bahnhof von Wertheim her. Links der RaiffeisenTurm ohne das ehrwürdige Lagerhaus - ohne jeglichen Gleiszugang.

 

Das von Wertheim kommende Gleis nimmt zunächst den Kirchturm ins Visier
Beim Turm des Lagerhauses ist noch ein Rest Nebengleis erkennbar.

 

Blick auf den Bahnhof links und die beiden Durchgangsgleise. Rechts der Standort des ersten Güterschuppens, der um 1866 errichtet wurde. Nun ohne Verladegleis.
Ein Schild mit den alten DB-Logo-Rundungen erinnert an die alte Bahnanlage mit zahlreichen Nebengleisen

 

Die ehemaligen Bahnhöfe haben nun oft eine vormontierte neuartige Bahnsteigsperre.
Früher bewachten Veteranen die Bahnsteigsperre